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Hochlöblicher Orden der freien Herren
und Ritter von Sankt Michael
Gedanken zum Sankt Michael Ritter-Orden 
Alleluja, alleluja. Das Meer kam in Wallung, es wankte die Erde, als der Erzengel Michael vom Himmel herabstieg. Heiliger Erzengel Michael, du Fürst der himmlischen Heerscharen, verteidige uns im Kampfe, auf dass wir nicht zu Grunde gehen im schrecklichen Gerichte.
Die Frage nach Identität der eignen Seelenpersönlichkeit bewegt viele Menschen. Wer sucht nicht nach Lebenssinn und tiefer liegenden Werten, die neben der Hektik und den vermeintlichen Zwängen des Alltags dem Leben Erfüllung zu geben vermögen?
Immer mehr Menschen machen sich über die Desorientierung unserer Epoche Gedanken und suchen nach einer beständigen Selbstverwirklichung und befreienden Sicherheit in einer gültigen Werteverbindlichkeit. Sie haben erkannt, dass Verdrossenheit, Apathie und Resignation ebenso wenig Lösung bieten wie Aussteigertum oder die Flucht in kulturfremde Denkmodelle.
Wir möchten auf den unschätzbaren Wert der abendländisch-christlichen Tradition aufmerksam machen, die - im weitesten Sinne - auf heimatlicher Scholle gewachsen ist und das Leben, Fühlen und Denken europäischer Lebensart, ja unsere eigene, bodenständige Kultur wesentlich mitgeformt hat.
Es wird auf einen Weg hingewiesen, der innere Freiheit durch Selbsterkenntnis und Mitwirken am Weltgeschehen erwarten lässt. In Übereinstimmung mit abendländischen Werten und christlicher Ethik kann in der geborgenen Gemeinschaft Gleichgesinnter der Erfüllung der eigenen Lebensziele nachhaltiges Gelingen verschafft werden.
Man wird vergeblich suchen nach einem Schnellkurs ins Elysium oder einen Freipass ins Nirwana. Vielmehr wollen wir einen Weg aufzeigen, der bewusst auf kurzlebige Spektakel verzichtet, dafür aber das Leben menschenwürdiger und lebenswerter macht. Der Dienst am Nächsten ist höher einzuschätzen als irdische Lebensgüter.
Wer teilnehmen und aktiv mitgestalten will an einer lebenswerten und menschenwürdigen Gesellschaft und an der Veredelung der eigenen, persönlichen Individualität, wird hier vielleicht einige Anregungen finden.
Die ritterliche Tradition als Modell einer bewährten Lebensphilosophie
Die ritterliche Tradition ist eine Lebensart, wie sie durch eine lange Vergangenheit von den kulturtragenden Gemeinschaften der Ritterorden gepflegt wurde. Auch heute, am Beginn des 3. Jahrtausends verschafft diese Lebensphilosophie unter Einbindung der modernen Lebens- und Geistes-forschung Erfolg, weil sie direkt von der Natur und den Geheimnissen des Lebens abgeleitet ist. Diese ritterliche Tradition ist erprobt, wirksam und im Sinne des westlich orientierten Menschen lebensbejahend und bleibt immer gültig, weil sie mit den Gesetzen von Natur, Kosmos und Geist im Einklang steht.
Diese Tradition schöpft aus einer unversiegbaren Quelle, dem Wissen, das kulturelle Werte und die Weisheit von Jahrhunderten birgt. Dieses Wissen wird von edlen und weisen Menschen gehütet und an würdige Menschen weiter vermittelt - in einer langen Überlieferungskette. Diese Weisheit verleiht auch einzelnen profanen Gegenständen, wie einem Schwert oder einem Kelch, einen höheren symbolischen Stellenwert, verkörpern diese doch Teile eines seinerzeitigen Lebensgefühls, das für viele der heutigen Menschen nicht mehr vorstellbar ist.
Teil dieses Lebensgefühls war beispielsweise die Ehre, eine geistige und moralische Haltung, für die man das leibliche Leben geopfert hat. Die Ritter-lichkeit war die geistige und charakterliche Einstellung, Gott und den weltlichen Herren, denen man verpflichtet war, die Treue zu halten, wahr zu bleiben, das Böse zu bekämpfen, für das Gute einzutreten, die Schwachen zu schützen und die Armen zu unterstützen.
Die Tugenden des Glaubens, der Ehre und der Ritterlichkeit haben auch den Tempelrittern des Mittelalters und früheren Rittergemeinschaften während der dreihundert Jahre Glück gebracht, als sie aus der Quelle dieser Tugenden schöpften, bis sie schließlich am unlauteren Streben nach Macht und materiellem Reichtum scheiterten. Die Macht löste ihre Verfolgung und Vernichtung aus, die vom Neid auf den materiellen Reichtum angetrieben wurde.
Die heutigen Vertreter ritterlicher Gemeinschaften, wie z.B. des Sankt Michael Ritter-Ordens, sind keine Fantasten; sie suchen nicht äußere Macht und zerbrechlichen Ruhm, auch nicht die profane und kurzlebige Quoten-Prominenz des TV-Zeitalters. Ihnen dienen traditionelle Werte als Quelle der Weisheit zum Wohl der Mit-menschen. Sie schützen diese Werte vor Besitzgier und pietätloser Schaulust.
Waren es ursprünglich vor allem die adeligen Erbfamilien, die altem Blutgesetz gemäß, Wissen, Erziehung und Erbgut von Generation zu Generation an ihre Kinder weiter gegeben haben, wurde das Wissen der Rittergemeinschaften von den Ordensrittern nach gewährter Tradition an Gleichgesinnte weiter geleitet.
Die nach den alten Sippengesetzen organisierte Gesellschaftstradition reicht weit ins Altertum zurück, über eine Gründung kann nur spekuliert werden. Zu verschiedenen Zeiten traten ihre Vertreter an die Öffentlichkeit, um ihr Wissen, ihr Tradition und ihre Forschungsergebnisse der Allgemeinheit zugänglich zu machen, wenn es durch die gesellschaftliche Entwicklung erforderlich wurde. Sie gründeten zu diesem Zweck Ritterorden, später auch Bruderschaften und Initiationsgemeinschaften, zu denen jeder strebsame Mensch guten Willens Zutritt hatte.
In unserer Zeit der Informationsgesellschaft, an der Schwelle zum Aquarius-Zeitalter, stehen große soziale Umwälzungen einer Zeitenwende an, zu deren Bewältigung ein neues Denken und neues Bewusstsein geboten ist. Unsere Zivilisation durchläuft eine Metamorphose, die aus der mechanistisch-technokratischen Epoche in eine vergeistigte, humanisierte Dimension führen soll.
Es bedarf verantwortungsbewusster und kompetenter Menschen, die den Weg vorbereiten und durch integratives Wissen dazu beitragen, dass die Mutationswehen einer desorientierten Zivilisation auf eine menschenwürdige Art in eine geistig hellere Welt einzumünden vermögen. Mit der Bewältigung solcher Aufgaben, der Vorbereitung der Gesellschaft auf die sich aus diesen Veränderungen ergebenden soziologischen Strukturen ist die Ritterschaft des Sankt Michael Ritter-Ordens betraut.
Je seichter die Unterhaltungen der heutigen Spaß- und Freizeitgesellschaft werden, desto notwendiger ist es, dem geistigen und ethischen Verfall durch einen neuen modernen Typ von Menschen mit ritterlicher Gesinnung ent-gegen zu wirken. Haltung hat nur, wer sich hält. Die Sucht nach Vergnügen hingegen führt zu einem Verlust an Pflicht- und Verantwortungsgefühl. Dummheit und Faulheit begünstigen die heutige Freizeitgestaltung und lasche Haltung der meisten Menschen. Unwissenheit und Stolz ersetzen profunde Ausbildung und Charakterbildung.
Ein solcher Personenkreis ist auch leicht zu manipulieren, wie das heute permanent durch das Fernsehen und die Printmedien geschieht. Diese Mani-pultationen unserer Gedanken und Lebenseinstellungen gehen auf nationaler Ebene von politischen Parteien und wirtschaftlichen Interessengruppierungen aus, auf internationaler Ebene von den Regierungen, den sogenannten "Großen der Welt", wie immer sie auch zu ihrem Reichtum und zu ihrer Macht gekommen sein mögen, und von den multinationalen Konzernen, die sich nur dem Profitemachen und ihren Großaktionären verpflichtet fühlen. Auf der Strecke bleiben immer die Kleinen, die Konsumenten, die Steuerzahler, die sozial Schwächeren und jene Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren, damit Wirtschaftsbosse, die trotz persönlicher Managementfehler ein Vielfaches verdienen, größere Gewinne machen und "Erfolgs"-prämien kassieren können. Als Antriebsfedern für diese menschlichen, moralischen, politischen und wirtschaftlichen Fehlentwicklungen bleiben neben der Lebensgier noch die Grundübel der Menschheit, Habgier, Neid und Hass, die im Extremfall bis zum Krieg, einer der größten Geißeln der Menschheit, führen können.
Ritterliche Mentalität hingegen öffnet den Sinn für eine geistige Realität, in der alles Materielle nur eine flüchtige Illusion ist, wie eine Spur im Sand, die die Zeit verweht. Es bedarf verantwortungsbewusster und kompetenter Men-schen, die den Weg vorbereiten, Menschen, die durch integratives Wissen beitragen, die Würde der Menschen zu bewahren, moralische Sümpfe trocken zu legen, Gesinnungsgräben zu überbrücken und soziale Fehler der Großen durch eigene Hilfe und persönlichen Einsatz zu korrigieren. Dafür benötigt man nicht unbedingt ein dickes Bankkonto, Prominenz oder Protektion, sondern ritterlichen Mut.
Adel der Seele und des Geistes, Adel der Gesinnung kommt nicht vom Reich-tum, denn Geld verdirbt den Charakter. Ehrlicher Leistungswille, Übernahme von Verantwortung für sich und für Andere, Schwächere, Hintanstellen von eigenen Vorteilen, offene Kritik an dem, was von der Politik und Wirtschaft falsch gemacht wird, und Hilfsbereitschaft sind adelige Züge und zeugen von ritterlicher Geisteshaltung..
Den Grundgelübden der mittelalterlichen geistlichen Orden, nämlich Gehorsam, Keuschheit und Armut, stehen in den modernen ritterlichen Orden Disziplin, Zucht und Bescheidenheit gegenüber. Die ritterliche Geisteshaltung sieht im Dienen einen Dienst. Dieser Dienst hat keine Unterwürfigkeit an sich, sondern geschieht aus dem Selbstbewusstsein und der Souveränität des Wissens und Könnens. Eine gute Tat ist besser als der beste Rat. Das Wesen moderner Ritterlichkeit ist die Zivilcourage von Menschen, die beherzt für Recht und Gerechtigkeit eintreten. Um nicht stolz und übermütig zu werden, müssen sich beim modernen ritterlichen Menschen Mut mit Demut paaren.
In der Zeit des Übergangs in eine neue Bewusstseinsdimension ist eine verdichtete Bildung und Information angezeigt. Einschränkungen und Standes-vorrechte können nicht mehr gerechtfertigt werden. Adel der Gesinnung entsteht nicht durch Stand und Geburt, sondern durch Umsetzung der Einsicht in die geistes- und Lebensgesetze, die gleichermaßen allen Menschen guten Willens offen stehen. Auf dieser Überlegung beruhen die in der Ordens-verfassung des Sankt Michael Ritter-Ordens festgelegten Ehrenbezeichnungen der Ordensnobilität.
Mutige und verlässliche Menschen sind aufgerufen, die komplexen Aufgaben neuzeitlicher Ritter mitzutragen, die unsere Zeit an die geistigen und kulturel-le Maßgabe eines humanen Menschentums stellt. Es ist der bewährte Weg, dem eigenen Leben die bestmögliche Effizienz abzuringen, aber auch die Gabe zu erlangen, Mitmenschen in Familie, Beruf und Gesellschaft erfolgreich zu begleiten und zu stützen.
Der Sankt Michael Ritter-Orden ist nach den Regeln ritterlicher Orden gestaltet, befolgt tradierte Sitten und weist keine klösterlichen Strukturen auf. Die weltoffenene Ordensgemeinschaft begleitet den Initiationsweg ihrer Mit-glieder zu freier Entwicklung charakterlicher Vorzüge, zu Seelenfrieden und einem solidaren Menschentum. Sie wendet sich aber auch gegen Aberglauben, Unwissenheit, Angst, Verunsicherung, Zwang, Intoleranz, Armut und fördert ein sinnerfülltes, wertbewusstes und menschenwürdiges Leben. Aus dieser geistigen und ethischen Einstellung können auch die Kraft und die Fähigkeiten erwachsen, um an der Vorbereitung der Gesellschaft für die Einführung in eine neue Bewusstseinsdimension mitzuwirken, aber auch, um den ureigenen Platz in der gemeinsamen Welt zu finden.
Die Zielsetzungen des Sankt Michael Ritter-Ordens
Die Zielsetzungen des Sankt Michael Ritter-Ordens sind in der Päambel zur Verfassung des Ordens kurz umrissen:
Art. I
Die Mitglieder des Hochlöblichen Ordens der freien Herren und Ritter vom Heiligen Michael (Sankt Michael Ritter-Orden) betrachten sich als eine ritterliche Bruderschaft von weltoffenen und integren Männern und Frauen. Sie sehen in allen Menschen im Sinne der Christusworte Kinder Gottes und damit Brüder und Schwestern. Im Wissen darum, dass die Welt das oft verkennt, erachtet der Sankt Michael Ritter-Orden es als seine Pflicht, brüderlich-schwesterliche Gesinnung untereinander und gegenüber seinen Mitmenschen zu praktizieren.
Art. II
Der Sankt Michael Ritter-Orden ist eine Vereinigung von Männern, Frauen und Familien, die von der Kultur des christlichen Abendlandes ihre ritterlicher Tradition herleiten, das die ritterliche Ordensgemeinschaft prägende geistige Prinzip anerkennen und im täglichen Leben - durch gemeinsame ritterliche Lebensart als Ehrencodex - höhere seelische Werte anstreben.
Art. III
Ziel und Zweck des Sankt Michael Ritter-Ordens ist die Erziehung seiner Mitglieder zu wahrem Menschentum und zu gefestigten, eigenständigen, selbstbewussten und lebens-tüchtigen Persönlichkeiten. Das wird angestrebt durch gesellschaftliche Kontakte, Anleitung zu idealen Lebensgewohnheiten, Pflege von brüderlichen und schwesterlichen Freundschaften, Ermutigung zu ritterlicher Haltung, An-sporn zu sozialer Gesinnung und Nächstenliebe, sowie Pflege der Wohl-tätigkeit.
Art. IV
Der Sankt Michael Ritter-Orden pflegt eine christlich-ritterliche Lebensweise im Sinne der großen alten Ordenstraditionen. Christliche Glaube, Geistes-, und Gewissens-freiheit gelten als Grundsätze der ritterlichen Gemeinschaft. Der Sankt Michael Ritter-Orden achtet das ehrliche Bekenntnis aller Menschen und wendet sich gegen jeden Zwang, gegen Intoleranz und Verfolgung Andersdenkender.
Art. V
Der Sankt Michael Ritter-Orden pflegt die Werte der christlich-europäischen Kultur und tritt ein für die Wahrung der Menschenrechte und für die Durchsetzung der Freiheit als verbindende Lebensform für den inneren Frieden der Nationen und ihrer Volksgruppen. Der Sankt Michael Ritter-Orden mischt sich nicht in konfessionelle oder partei-politische Auseinandersetzungen, trägt aber zu individueller, gefestigter Meinungsbildung im Sinne von Objektivität, Wahrheitsgehalt und Richtigkeit durch demokratischen Meinungsaustausch bei.
Art. VI
Christlich denkende Männer und Frauen werden ohne Unterschied von Rasse, Stand, politischer Partei oder Nationalität in den Sankt Michael Ritter-Orden aufgenommen. Es wird vorausgesetzt, dass sie sich ohne Drängen von Seiten anderer, aus freiem Willen und eigener Überzeugung, im Streben nach höheren geistigen und ethischen Werten dieser ritterlichen Ordensgemeinschaft anschließen wollen.
Art. VII
Die Mitglieder verpflichten sich, die ordensinternen Gesetze des Sankt Michael Ritter-Ordens zu befolgen, die Ehre und Integrität ihrer Mitbrüder und Mitschwestern sowie des Sankt Michael Ritter-Orden jederzeit zu wahren und zu verteidigen und dessen Ziele nach Kräften zu fördern.
Art. VIII
Personen, die nicht dem Sankt Michael Ritter-Orden als reguläre und aktive Mitglieder angehören aber die karitativen und humanitären Ziele der ritterlichen Ordensgemeinschaft materiell in ausserordentlicher Weise fördern und unter-stützen, können vom Ordenskapitel mit den dafür vorgesehenen Ehrentiteln des Sankt Michael Ritter-Ordens gewürdigt werden. Diese Auszeichnungen stehen ausserhalb der Hierarchie der Funktionstitel, die den regulären und aktiven Mitgliedern des Sankt Michael Ritter-Ordens vorbehalten sind.
Zusammenfassung
Diese Präambel macht offenkundig, dass der Sankt Michael Ritter-Ordens keine Religion und auch kein Religionsersatz sein kann und will. Die ritterliche Ordensgemeinschaft pflegt edle Charakterzüge und eine noble Gesinnung. Die Mitglieder werden angehalten, die Überzeugung jedes Menschen zu achten. Auf der Grundlage christlich-abendländischer Tradition wird die Formung und Pflege des Charakters angestrebt. In diesem Streben werden die Mitglieder angeleitet, ihren eigenen Beitrag im Gesellschafts-, Familien- und Berufsleben zu leisten, was in der Regel auch zu gemeinschaftlichem Wohlergehen und zu erstrebenswerten Lebensumständen führt.
Zur höheren Ehre Gottes, zum Wohle des Nächsten und zum eigenen Heile - das sind die wesentlichen Zielsetzungen, die allen Ordensaktivitäten zu Grunde gelegt sind. Damit versteht sich der Sankt Michael Ritter-Orden als eine Gemeinschaft von idealistischen Gleichgesinnten, die nach dem Vorbild der alten ritterlichen christlich-abendländischen Orden organisiert ist und aus der geistigen Ver-bindung bei gemeinschaftlicher Gesinnung dem persönlichen, individuellen Leben echte Aufgaben und Erfüllung vermittelt und der Allgemeinheit zum Nutzen dient.